Welche Hüte hast Du auf?

In meiner Facebook Gruppe wurde neulich die Frage gestellt, wie man sich als Mama, Tochter, Ehefrau, Schwester etc. einfach mal zurückziehen kann ohne schlechtes Gewissen.

Dieses Thema haben wir uns dann eine Woche genauer angeschaut. Die Aufgaben und Fragen habe ich in diesem Blogartikel zusammengefasst.

Das Konzept der Lebenshüte

Lothar Seiwert, Zeitmanagementexperte, hat das Konzept der Lebenshüte entwickelt. Wir alle füllen verschiedene Rollen aus, sowohl beruflich als auch privat. Du bist vielleicht Angestellte, Kollegin, Partnerin, Mutter, Tochter… Du hast im Alltag also verschiedene Hüte auf. Wenn Du das Gefühl hast, Du hast zu wenig Zeit, kann es Sinn machen, dass Du Dir mal anschaust, welche Hüte Du auf hast.

Welche Hüte hast Du auf?

Nimm Dir also ein Blatt Papier und schreibe alle Deine Lebenshüte auf. Dies kannst Du zum Beispiel als Mindmap machen. Du schreibst Dich in die Mitte und außen herum alle Rollen, die Du inne hast. Es kann sein, dass Dir dadurch erstmal bewusst wird, wie fremdbestimmt Du bist. Du fühlst Dich gelähmt und magst gar nicht alle Rollen aufschreiben. Hier lohnt es sich dran zu bleiben. Nur so kannst Du Dir ein vollständiges Bild machen und die Zügel wieder selbst in die Hand nehmen. Denn nur so kannst Du Veränderungen angehen.

Bewerte die Hüte

Als nächstes schauen wir uns die Hüte genauer an. Nimm das Blatt, auf das Du alle Rollen geschrieben hast, nochmal zur Hand. Bewerte nun jeden Hut mit entsprechenden Smilies „ 🙂 angenehm, positiv“ „ 😐 neutral, gleichgültig“ „ 🙁 unangenehm, belastend“.

Welchen Hut möchtest Du absetzen?

Wo Du Dich jetzt schon mit den verschiedenen Rollen beschäftigt hast, fällt Dir vielleicht auf, dass Du auf ein oder zwei Rollen gar keine Lust mehr hast. Vielleicht kannst Du diesen Hut einfach absetzen? Okay, das funktioniert nicht mit jedem, aber sicher mit dem ein oder anderen. Lothar Seiwert geht sogar so weit zu sagen, dass man auf maximal 7 Lebenshüte reduzieren sollte.

So pauschal würde ich das nicht sagen. Das kommt aus meiner Sicht auf die Ausgangszahl drauf an. Wenn Du Dich von einzelnen Hüten verabschieden kannst, hast Du entweder mehr Zeit für Dich oder es ist Platz für neues.

Als ich mich nebenberuflich selbständig gemacht habe, habe ich genau diese Übung gemacht. Ich habe mir angeschaut, welche Rollen ich derzeit besetze und mir dann überlegt, welchen Hut ich absetzen möchte und Platz und Zeit für meine Selbständigkeit zu haben. Dies habe ich dann entsprechend kommuniziert und mich auch offiziell von dieser Rolle befreit.

Zurück ziehen ohne schlechtes Gewissen

Nimm Dir nun erneut das Blatt mit den verschiedenen Rollen zur Hand. Schau Dir an, bei welchen Rollen es Dir schwer fällt, Dich zurück zu ziehen.

Hast Du eine Idee, woran das liegt? Wovor hast Du Angst, wenn Du Dich zurück ziehst? Was macht Dir ein schlechtes Gewissen?

Ich weiß, das sind viele Fragen, aber hier fällt es mir schwer, einen allgemein gültigen Tipp zu geben.

Beantworte die Fragen für Dich und schau, was passiert. Oft sind die Gründe sehr individuell, warum wir uns nicht abgrenzen können. Vielleicht weil wir denken, es wird von uns erwartet, dass wir zum Beispiel immer für unsere Kinder da sind. Oder wir haben ein schlechtes Gewissen unseren Eltern gegenüber, weil wir uns zu selten melden. Damit ist die Rolle schon direkt negativ behaftet. Es kann bei Dir aber auch ganz anders sein. Schon dadurch, dass Du Dir bewusst machst, warum es Dir schwer fällt, Dich zurück zu ziehen, kann eine Veränderung stattfinden.

Wenn Du nicht weiter kommst, stehe ich Dir gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

4 Comments

  1. Hui, das ist ja hochinteressant. Das sollte man echt mal ausprobieren. Denn ich trage mich auch mit einigen Sachen herum, die ich mal ablegen sollte. Wenn es auch schwer fällt. Irgendwie leide ich unter einem Helfersyndrom, was aber so nicht gewollt ist. Jedenfalls als Schulbegleiter. Aber ob ich das jemals schaffen werde? Einen Versuch ist es Wert. Danke für diesen Beitrag! Mal sehen, welcher Hut bei mir fallen wird.

    1. Hallo Ulrike, danke für Dein Feedback. Oft leiden wir Mamas am Helfersyndrom. Das ist ja auch nicht schlechtes, wir dürfen nur darauf achten, dass wir dabei nicht auf der Strecke bleiben 😉 Viel Spaß beim Versuch Hüte abzusetzen!
      Liebe Grüße, Daniela

  2. Hallo Daniela,

    die Hüte sind ein wunderschönes Bild für unsere Rollen. Ich finde es schön, dass du mit diesem Bild einfach ein paar Fragen aufwirfst, die mir mein Leben leichter machen, wenn ich sie ehrlich mir gegenüber beantworte. Um manchen Hut abzulegen braucht es Mut und manchmal auch eine ganz gehörige Portion Klarheit in mir selbst. Und je nach dem, in welcher Lebensphase ich gerade bin, ändert sich auch der Hut.

    Liebe Grüße

    1. Hallo Edith,
      danke für Deinen Kommentar. Ja, es gehört Mut dazu, den ein oder anderen Hut abzusetzen. Aber ich bin sicher, es lohnt sich. Denn so entsteht wieder Platz für neues oder eben Zeit für Dich.
      Viel Erfolg bei der Umsetzung und viele Grüße, Daniela

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