Energie statt Zeit

Warum du nicht mehr Stunden brauchst – sondern mehr Kraft

Der Tag hat 24 Stunden. Für dich, für mich, für uns alle. Und trotzdem fühlt es sich für viele berufstätige Mamas so an, als hätten andere einfach mehr Zeit. Mehr Zeit für den Job, für die Kinder, für sich selbst. Die Wahrheit ist: Es liegt selten an der Zeit. Es liegt an der Energie. Denn was bringt dir eine freie Stunde am Abend, wenn du völlig erschöpft auf dem Sofa sitzt und nicht weißt, wo du anfangen sollst? Hier kann ein Perspektivwechsel für deinen Alltag helfen: Weg vom Zeitmanagement – hin zum Energiemanagement. Auch wenn ich gerne über Zeitmanagement spreche und schreibe, ist es wichtig, auch die Energie zu betrachten.

Warum Zeitmanagement oft nicht reicht

Klassische Methoden, wie To-Do-Listen, Prioritäten setzen und Zeitblöcke helfen dir, deinen Tag zu strukturieren. Häufig setzen diese Methoden voraus, dass du jederzeit leistungsfähig bist. Doch die Realität sieht anders aus. Wenn du schlecht geschlafen hast oder nach einem stressigen Vormittag ist deine Konzentration begrenzt. Und zwischen Job, Kindern und Haushalt schwankt deine Energie sowieso ständig. Das Problem ist also nicht, dass du zu wenig Zeit hast, sondern dass du deine Energie nicht richtig verteilst.

Finde deine Energie-Hochs (und Tiefs)

Jede von uns hat bestimmte Zeiten am Tag, in denen sie besonders konzentriert, kreativ oder belastbar ist. An anderen Zeiten geht gar nichts mehr und du bist nicht leistungsfähig. Mache dir diese Zeiten mit einer Mini-Reflexion bewusst:

  • Wann fühlst du dich am klarsten im Kopf?
  • Wann bist du schnell gereizt oder müde
  • Welche Aufgaben fallen dir zu welcher Tageszeit leichter?

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Morgens sind viele Mütter noch relativ klar und strukturiert, mittags kommt dann häufig das Energietief und abends sind sie erschöpft, „funktionieren“ aber oft noch. Wenn du das erkennst, kannst du anfangen, deinen Tag danach auszurichten.

Plane nach Energie – nicht nach Uhrzeit

Statt nur zu fragen: „Wann mache ich das?“, frage dich: „Mit welcher Energie mache ich das?“ oder „Wieviel Energie brauche ich dafür?“. High-Energy-Aufgaben erfordern konzentriertes Arbeiten. Das sind zum Beispiel wichtige Entscheidungen, also alles, was dich geistig fordert. Diese Aufgaben solltest du, wenn möglich, in deine stärksten Zeiten legen.

Medium-Energy-Aufgaben sind Routineaufgaben im Job, wie Organisation, Mails und Telefonate. Diese sind gut für „normale“ Phasen im Tag.

Low-Energy-Aufgaben benötigen keine Besondere Energie und Aufmerksamkeit. Das sind Tätigkeiten wie zum Beispiel, Wäsche zusammenlegen oder einfache To-Dos. Diese Dinge gehen nebenbei und sind perfekt für müde Momente.

Die „Low-Energy-Liste“ – dein Rettungsanker

Kennst du diese Momente, in denen du eigentlich etwas erledigen willst oder auch musst, aber einfach keine Energie hast? Genau dafür hilft eine Low-Energy-Liste. Schreibe dir bewusst Aufgaben auf, die du auch mit wenig Energie schaffst. Dies kann zum Beispiel sein: Unterlagen sortieren, Einkaufsliste schreiben, Termine checken oder kleine Aufräumaktionen. So vermeidest du das Gefühl: „Ich schaffe heute gar nichts.“

Kleine Pausen, große Wirkung

Viele Mütter funktionieren einfach den ganzen Tag. Ohne Pause. Ohne Luft holen. Doch genau das kostet dich Energie. Es geht nicht um lange Auszeiten, sondern um Mini-Pausen mit Wirkung.

Hier sind ein paar Ideen für Erholung im Alltag:

  • 3 Minuten bewusst tief atmen
  • ein kurzer Spaziergang ohne Handy
  • Augen schließen statt scrollen
  • eine Tasse Kaffee wirklich genießen

Entscheidend ist nicht die Länge, sondern die Qualität der Pause.

Dein Alltag darf sich leichter anfühlen

Du musst nicht mehr leisten. Du musst auch nicht alles perfekt planen. Aber du darfst anfangen, mit deiner Energie zu arbeiten statt gegen sie. Denn genau darin liegt der Unterschied: Zwischen einem Alltag, der dich auslaugt und einem, den du aktiv gestalten kannst.

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