Eigentlich…

… komme ich mit den hohen Ansprüchen an mich selbst mittlerweile ganz gut zurecht. Schließlich habe ich darüber neulich sogar einen Blogartikel geschrieben.

Alles zu viel!

Eigentlich… Aber manchmal habe ich auch solche Momente, wo mir alles zu viel wird, weil ich es allen recht machen will und perfekt sein will und zwar in allem. Perfekte Mutter, perfekte Hausfrau, perfekte Schwiegertochter, perfekte Tochter… Letzten Freitag war so ein Tag.

Drama in mir

Es war eigentlich alles in Ordnung. Eigentlich… Ich war mit den Kindern im Hallenbad, mein Mann krank zu Hause. Wunderbar, dachte ich, er hat seine Ruhe und die Kinder sind beschäftigt. Wir hatten auch einen tollen Nachmittag im Schwimmbad. Aber als wir nach Hause gekommen sind, nahm das Drama in mir seinen Lauf. Es war schon halb acht, weil wir noch im Schwimmbad zu Abend gegessen hatten. (Besser gesagt, die Kinder – ich habe ein paar kalte Pommesreste abbekommen) Dann mussten noch die Hasen und die Katze der Nachbarn versorgt werden, die Kinder wollten noch fernsehen, die Schwimmtasche musste ausgepackt werden und so weiter und so weiter…

1000 Dinge zu erledigen

Plötzlich war mein Mann verschwunden. Wohin? Keine Ahnung! Irgendwo im Haus seine Ruhe suchen vermutlich, schließlich ist er ja krank. Naja, also Kinder ins Bett bringen. Mein Mann ist wieder aufgetaucht als die Kinder im Bett waren. Das fand ich irgendwie gar nicht witzig, denn auf meiner Liste für diesen Abend standen noch gefühlte 1000 Dinge.

Kuchen backen für die Mama, die am nächsten Tag 70 wird, Küche aufräumen, weil am nächsten Morgen Schwiegermama zum Kaffee kommt und dann geht es zum Änderungsschneider, denn das Kleid für die Kommunion muss noch geändert werden, das Geschenk für Mama muss auch noch eingepackt werden. Ach ja, einkaufen muss man auch noch. Wann denn das? Vielleicht zwischen Palmstockbasteln und Geburtstagskaffee?

Kurz inne halten

So ging das die ganze Zeit in meinem Kopf. Am liebsten hätte ich eine Runde geheult, weil mir gerade alles zu viel war. Und was habe ich gemacht? Als der Mann dann wieder ins Bett verschwunden war, habe ich kurz inne gehalten und mich gefragt, warum ich mir so einen Stress mache.

Wegen der hohen Ansprüche an mich selbst. Ich will perfekt sein.

Raus aus der Spirale

So hätte ich mich jetzt weiter im Kreis drehen können. Aber ich habe es geschafft aus dieser Spirale rauszukommen. Der erste wichtige Schritt war, dass mir bewusst wurde, dass das MEINE hohen Ansprüche an mich sind und nicht die von meiner Mama oder Schwiegermama oder meinem Mann. Dann habe ich mir ein Glas Wein eingeschenkt und das Radio lauter gemacht. Da wurde die Stimmung doch gleich besser.

Und dann habe ich ganz in Ruhe und eins nach dem anderen den Kuchen fertig gemacht, die Küche aufgeräumt und schon mal den Frühstückstisch für den nächsten Morgen gedeckt. Das Geschenk einpacken habe ich auf den nächsten Tag geschoben und dann diesen Blogartikel geschrieben.

Denn ich möchte dir zeigen, dass mir auch manchmal alles zu viel wird, dass ich auch manchmal an meinen hohen Ansprüchen verzweifle. Aber es gibt einen Weg da raus. Durchatmen, Wein trinken, Musik lauter stellen, eins nach dem anderen machen.

Vielleicht hast du auch einen Tipp, wie du mit den hohen Ansprüchen an dich selbst umgehst und magst ihn mit uns in den Kommentaren teilen.

 

Photo by Sven Read on Unsplash

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